Glasmaler Johannes Schreiter in Wiesbaden 05.05.2009

Studientag zum Dialog zwischen Kunst und Kirche

Detail einer Fenstergestaltung von Johannes Schreiter im Mainzer Dom

Detail Schreiterfenster Mainz

Schreiter-Fenster im Mainzer Dom. Foto. privatWIESBADEN. – Kunst und Kirche zu einem intensiven Dialog führen, diesem Anliegen der Initiative „Kirche und Kultur“ ist am 16. Mai ein Studientag gewidmet, zu dem unter dem Titel „ART-fremd – Kunst zu Gast im Kirchenraum“ in das Museum Wiesbaden eingeladen wird. Mit Professor Johannes Schreiter konnte dazu einer der profiliertesten und international bekanntesten Glasmaler der Gegenwart als Referent gewonnen werden. Er spricht um 14.45 Uhr zum Thema „Gibt es christliche Kunst und ist Kunst grundsätzlich religiös?“

Johannes Schreiter, 1930 in Annaberg-Buchholz geboren, ehemals Professor für Malerei und Rektor der Frankfurter Städelschule, hat durch die Entwicklung neuer Techniken in der Glasmalerei Maßstäbe gesetzt. Er hat Fenster in katholischen und evangelischen Kirchen und in Synagogen ebenso gestaltet wie in säkularen Räumen. Viele gläserne Zeugnisse seiner Kunst finden sich auch in der unmittelbaren Nähe, zum Teil zusammen mit den Glasstudios Derix in Taunusstein realisiert. So prägen seine Fenster das Raumerleben im Sitzungssaal des Wiesbadener Rathauses. Die Sakramentskapelle im Mainzer Dom wird durch zwei von ihm gestaltete Fenster in farbiges Licht getaucht. Der Innenraum der Medenbacher Autobahnkirche verdankt Schreiter seinen gläsernen Himmel. Seine Glasmalerei lebt von der zeichenhaften Reduktion und fasziniert durch die ausgewogene Balance, durch das Miteinander von beruhigter Farbfläche und bewegter Linie.

Der Kunstmaler, dem vor vier Jahren von der Universität Heidelberg die Ehrendoktorwürde in Theologie verliehen wurde, lebt heute als freischaffender Künstler in Langen bei Frankfurt. Er hat verschiedene Preise erhalten, war unter anderem Gastprofessor in den USA, Kanada, Großbritannien und Neuseeland. Seine Werke finden sich in namhaften Museen auf der ganzen Welt.

Im Rahmen des Studientages wird die Kunsthistorikerin Dr. Simone Husemann in sein Werk einführen. Außerdem geht es an diesem Tag um zeitgenössische Kunst im Kirchenraum und sakrale Kunst im musealen Kontext. Am Vormittag findet eine Führung durch die Ausstellung „Schätze!“ in der Dreifaltigkeitskirche statt. Die Teilnahme am gesamten Studientag kostet 25 Euro. Weitere Informationen bei Dr. Simone Husemann, Telefon: 0611-174-124, E-Mail: s.husemann@bistum-limburg.de oder im Internet unter der Adresse: http://www.kirche-und-kultur.de. Der Studientag wird von "Kirche und Kultur", einer Initiative der katholischen Kirche in Wiesbaden, in Kooperation mit dem Akademischen Zentrum Rabanus Maurus in Frankfurt und dem Museum Wiesbaden veranstaltet. (rei)
 

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