Vom Umgang mit den wahren Bildern 23.01.2010

Diskussion mit der Künstlerin Dorothee von Windheim

Nach zehn Jahren wird erstmals das Turiner Grabtuch wieder ausgestellt: Dorothee von Windheim hat sich damit künstlerisch auseinander gesetzt. Foto: privatWIESBADEN. – Die kreative Auseinandersetzung mit „nicht von Menschenhand gemachten Bildern“ ist einer der Schwerpunkte der in Köln lebenden Künstlerin Dorothee von Windheim. Auf Einladung der Initiative „Kirche und Kultur“ spricht sie am 6. Februar im Museum Wiesbaden (Friedrich-Ebert-Allee 2) über „Bild und Wirklichkeit“. Das Gespräch mit ihr, das um 14 Uhr beginnt, steht unter ganz aktuellen Vorzeichen: In ihren mitunter kontrovers diskutierten Arbeiten hat sie sich unter anderem mit dem berühmten "Turiner Grabtuch" beschäftigt, das in diesem Frühjahr erstmals seit zehn Jahren wieder im Turiner Dom ausgestellt wird.

Zu den Themen der Diskussion wird ihre Art der künstlerischen Begegnung mit religiös aufgeladenem Bildmaterial gehören. An den so genannten „wahren Bildern“ haben sich seit Jahrhunderten unterschiedliche Debatten um Funktion und Stellenwert von Ur- und (Ab)bild entzündet. Die Künstlerin macht sich diese zunutze, um die Frage nach dem Bild neu auszuloten. Im Hinblick auf die Ausstellung des Turiner Grabtuches wird es spannend sein zu erfahren, in welcher Weise sich Dorothee von Windheim dem Phänomen des nicht gemachten Bildes annähert, welche Rolle sie dabei als Künstlerin spielt und welcher Anteil dem Betrachter an der ‚Bildwerdung’ zukommt.

Moderiert wird das Gespräch von Dr. Mona Mollweide-Siegert, die ihre Dissertation über die Arbeiten Dorothee von Windheims geschrieben hat. Eine Einführung in die Thematik gibt die Kunsthistorikerin Dr. Simone Husemann. Die Teilnahme kostet mit dem Eintritt ins Museum 15 Euro. In der Daueraustellung des Hauses sind auch zwei Werke der Künstlerin enthalten.

Das Turiner Grabtuch, ein 4,36 Meter langes und 1,10 Meter breites Leinentuch mit dem Abbild eines Gekreuzigten, wird von vielen Katholiken als das Grabtuch Jesu Christi verehrt. Zur letzten öffentlichen Präsentation der Reliquie im Sommer 2000 kamen mehr als eine Million Pilger. Normalerweise ist das Tuch in einer Seitenkapelle des Turiner Doms unter Verschluss. Es wird jetzt vom 10. April bis 23. Mai zu sehen sein.

„Kirche und Kultur“ ist eine Initiative der katholischen Kirche Wiesbaden, die das Verhältnis von Kirche und Kunst neu beleben, in die Stadt hinein wirken und Impulse geben will. Geschäftsführerin ist die Kunsthistorikerin Dr. Simone Husemann, die ihren Sitz im Roncalli-Haus hat. Weitere Informationen gibt es hier unter der Rufnummer 0611-174-124, per Mail:s.husemann@bistum-limburg.de, oder im Internet unter http://www.kirche-und-kultur.de. (rei)
 

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